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Diagnose Therapie Informationen aus der Industrie

Urologie

Tuberkulose III (Urogenitaltuberkulose): Diagnose

Urogenitaltuberkulose

(Tuberkulöse Orchitis bzw. Epididymitis siehe Orchitis)

Auftreten

Häufig erst mehrere Monate bis Jahre nach der Initialinfektion. Entstehung meist auf kanalikulärem Weg. Klinische Erstmanifestation häufig Prostatitis.

Nierentuberkulose

Meist hämatogene Infektion beider Nieren im Rindengebiet, von einem Lungenherd ausgehend. In diesem (parenchymatösen) Initialstadium können bereits Tuberkelbakterien mit dem Urin ausgeschieden werden. Wenn das renale Frühinfiltrat nicht ausheilt, entstehen (seitenverschieden) kleine Kavernen und Ulzerationen am pyelorenalen Grenzgebiet. Damit beginnt die deszendierende Infektion von Harn- und Genitaltrakt durch reichliche Ausscheidung der Erreger.

Symptome

Wie bei Zystitis, Pyelonephritis durch Superinfektion, Hämaturie, Genital-Affektionen (Epididymitis, Urethritis, Prostatitis)

Infektiosität

Gering, aber doch reell. Kinder mit einem an Uro-Tbc erkrankten Elternteil akquirieren doppelt so häufig eine Tbc wie Kinder gesunder Eltern. Spätestens nach 4-wöchiger Chemotherapie keine Kontagiosität mehr.

Diagnostik

Untersuchungen, die für die Diagnose und Prognose entscheidend sind:

 

Labor

 

Mikroskopische und bakteriologische Urin- und Spermauntersuchung —> Tuberkelbakteriennachweis (direkt, Kultur und Tierversuch), Pyurie, Leukozyturie, Hämaturie. Nicht selten Begleitkeime.

 

Bildgebende Verfahren

 

  • intravenöse Urographie (anatomischer und funktioneller Status)
  • Renovasographie: in Einzelfällen zur differentialdiagnostischen Klärung und anatomischen Abgrenzung des Prozesses vor Resektionen
  • Funktionsszintigraphie (seitengetrennte Clearance)
  • Untersuchung der Harnwege: Zystoskopie, evtl. Uretersondierung mit seitengetrennter Urinuntersuchung
  • retrograde Urethrographie (Prostatakaverne)

 

tuberkuloseIII

Genitaltuberkulose der Frau

Subakute, nicht diagnostizierte Formen häufig: klinisches Bild variabel

Progressive Tuberkulose des Uterus und der Adnexe
  • Verlaufsform mit Salpingitis, Peritonitis und Aszites

Allgemeinzeichen einer tuberkulösen Infektion mit Amenorrhoe. Spricht auf Tuberkulostatika an, hinterlässt aber meistens Sterilität

 

  • käsige, fibrosierende Form

Pelveoperitonitis und Pyosalpinx: Schmerzen, Fluor, Metrorrhagien (Hypermenorrhoe), Diagnose aufgrund von Anamnese, Kulturen und Resistenztest

Verlauf

unter tuberkulostatischer Behandlung oft Heilung, sonst begrenzte operative Sanierung

Chronische Tuberkulose des Uterus und der Tuben
  • Pseudosalpingitis: Amenorrhoe und Salpingitis

Diagnose durch Kulturen und Pelviskopie

 

  • kalter Abszess der Tuben: täuscht eine Ovarialzyste vor

Diagnose durch Probelaparotomie oder Pelviskopie

Latente Tuberkulose des Uterus und der Tuben
  • charakteristisch: Amenorrhoe und primäre Sterilität
  • Untersuchungen: Hystero-Salpingographie, Endometriumbiopsie, Pelviskopie
Tuberkulose der äußeren Genitalorgane

selten

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Letztes Update:24 Mai, 2011 - 10:38